Im Körper befindet sich Calcium überwiegend in Knochen und Zähnen. Nahrungsmittel mit hohem Calciumanteil sind vor allem Milch und Milchprodukte, Grünkohl, Brokkoli, Zitrussäfte, Mineralwasser und Sojaprodukte, die mit Calcium versetzt wurden. Die Bestimmung von Calcium über den Blutwert, ist nur wenig aussagekräftig, da sich nur 1% des im Körper gespeicherten Calciums im Blut befindet. Sollte der Blutwert zu stark sinken, wird daraufhin Calcium direkt aus den Knochen gelöst. Das heißt, dass selbst bei einer Unterversorgung an Calcium der Blutwert im Normalbereich sein kann. LOEWI nutzt den Blutwert um eine zu hohe Dosierung von Calcium zu vermeiden, und Anomalien zu erkennen. Calcium trägt zur Stabilität der Knochen bei und kann dabei helfen das Risiko für Osteoporose zu senken [1] [2] [3] [4].

Nationale Verzehrstudie

  • 46 % der Männer nehmen weniger als die täglich empfohlene Menge an Calcium zu sich.
  • 55 % der Frauen nehmen weniger als die täglich empfohlene Menge an Calcium zu sich [5].

Funktion von Calcium

Calcium ist der Gegenspieler von Magnesium in der Muskulatur und zuständig für die Anspannung der Muskeln [5] [6].
Calcium ist ein wesentlicher Bestandteil (Co-Faktor) für viele enzymatische Systeme. Es spielt damit eine entscheidende Rolle für die biochemischen Abläufe im Körper [6] [7].
99,5 % des körpereigenen Calciums ist in Knochen und Zähnen eingelagert. Damit gehört Calcium zu den wichtigsten Mineralstoffen des Körpers. Es regelt den Einbau von Mineralstoffen in Knochen und Zähnen (Mineralisation) und ist ein entscheidender Faktor für die Knochenstabilität. In klinischen Studien zeigte sich, dass die tägliche Einnahme von 1000 mg Calcium, über 2 Jahre hinweg, zu einer Erhöhung der Knochenmasse um 2-4 % führen kann [5] [6] [8] [9] [10] [11].
Auch für die Übermittlung von Signalen innerhalb und zwischen den Zellen ist Calcium zuständig. Calcium-Kanäle regulieren die Weiterleitung von Reizen im Nervensystem. Sie sind an der Insulinausschüttung und an der Gefäßerweiterung im Blutkreislauf beteiligt [5] [10].

Mangelerscheinungen

Die Messung von Calcium im Blut erlaubt keinen eindeutigen Rückschluss auf die Calcium Menge im Körper, allerdings dient die Messung als Absicherung, um eine zu hohe Dosierung auszuschließen.
Osteoporose ist eine Stoffwechselerkrankung mit Störung des Calciumhaushaltes und fehlerhaftem Knochenaufbau, die durch eine langanhaltende Calciumunterversorgung verursacht werden kann. Die Osteoporose-Leitlinien empfehlen eine ausreichende Calciumzufuhr zur Vorbeugung (Prävention) und Behandlung von Osteoporose. Am stärksten ist das Knochenwachstum bei Jugendlichen ausgeprägt. Danach bleibt die Knochendichte bei Frauen bis zum 40. Lebensjahr relativ​ konstant. Nach dem 40. Lebensjahr nimmt die Knochendichte typischerweise jährlich um 0,5 % bis 1 % ab. Bei Männern beobachtet man diesen Rückgang der Knochendichte erst einige Jahrzehnte später. Der Knochenverlust ist stärker ausgeprägt, wenn die Calciumzufuhr unter der empfohlenen Tagesmenge liegt [5] [6] [13] [14].
Ein stark ausgeprägter Calciummangel kann zu einer gesteigerten Empfindlichkeit der Nerven und Muskeln führen, die eine Störung der motorischen Funktion und der Sensibilität (Kribbelgefühl) bewirken kann [5] [15].
Außerdem wird eine Calciumunterversorgung mit psychosomatischen Symptomen, wie Verstimmtheit, Depression und Angststörungen in Verbindung gebracht [5].

Überschuss von Calcium

Häufig kommt es nur zu unspezifischen Symptomen, wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, und Erbrechen [5].
Durch die Bedeutung von Calcium für die Erregbarkeit von Muskeln kann eine zu hohe Calciumversorgung zu neuromuskulärer Mindererregbarkeit, sowie Müdigkeit und Konzentrationsschwäche führen [5].
Bei geringer Urinproduktion, kann ein Überverzehr zu Harnsteinbildung führen [5].

[1] Guillemant J, Le HT, Accarie C, et al. Mineral water as a source of dietary calcium: acute effects on parathyroid function and bone resorption in young men. Am J Clin Nutr 2000;71:999-1002

[2] Food and Nutrition Board, Institute of Medicine. Dietary Reference Intakes for Calcium, Phosphorus, Magnesium, Vitamin D, and Fluoride. Washington, DC: National Academy Press, 1999.

[3] L’Abbe MR, Whiting SJ, Hanley DA. The Canadian health claim for calcium, vitamin D and osteoporosis. J Am Coll Nutr 2004;23:303-8

[4] Dietary reference intakes for calcium and vitamin D. Institute of Medicine, November 30, 2010. Available at: http://www.iom.edu/~/media/Files/Report%20Files/2010/Dietary-Reference-Intakes-for-Calcium-and-Vitamin-D/Vitamin%20D%20and%20Calcium%202010%20Report%20Brief.pdf

[5] Max Rubner-Institut, Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz, Hrsg. Nationale Verzehrstudie II. Karlsruhe: MRI; 2008

[6] Koula-Jenik, H., Miko M., Kraft M., Schulz R., Leitfaden Ernährungsmedizin. Elsevier,Urban&Fischer Verlag 2013;p.52-55

[7] Christoph Raschka, Stephanie Ruf, Sport und Ernährung: Wissenschaftlich basierte Empfehlungen, Tipps und Ernährungspläne für die Praxis. Georg Thieme Verlag 2015; p.126-127

[8] Dawson-Hughes B, Harris SS, Krall EA, Dallal GE. Effect of calcium and vitamin D supplementation on bone density in men and women 65 years of age or older. N Engl J Med 1997;337:670-6

[9] Ebeling PR, Wark JD, Yeung S, et al. Effects of calcitriol or calcium on bone mineral density, bone turnover, and fractures in men with primary osteoporosis: a two-year randomized, double blind, double placebo study. J Clin Endocrinol Metab 2001;86:4098-103.

[10] Ebeling PR, Wark JD, Yeung S, et al. Effects of calcium and calcitriol on bone mass over three years in men with primary osteoporosis- A prospective cross-over study. Bone 2000;27:54S.

[11] Biesalski HK., Muniz K., Vitamine und Minerale: Indikation, Diagnostik, Therapie. Thieme Verlag 2017; p.144-149

[12] Warensjo E, Byberg L, Melhus H, et al. Dietary calcium intake and risk of fracture and osteoporosis: prospective longitudinal cohort study. BMJ 2011;342:d1473

[13] McGarry KA, Kiel DP. Postmenopausal osteoporosis. Strategies for preventing bone loss, avoiding fracture. Postgrad Med 2000;108:79-82,85-88, 91.

[14] Bryant RJ, Cadogan J, Weaver CM. The new dietary reference intakes for calcium: implications for osteoporosis. J Am Coll Nutr 1999;18:406S-412S

[15] Wibusch N, Hofmann P, Förster H, Hörtnagl HLedl-Kurkowski E, Pokan R, Kompendium der Sportmedizin Physiologie, Innere Medizin und Pädiatrie. Springer-Verlag 2016; p. 352

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