Eisen ist ein Spurenelement das im Körper in zwei verschiedenen chemischen Formen vorkommt. Das meiste Eisen im Körper ist im Hämoglobin der roten Blutkörperchen und im Myoglobin der Muskelzellen gebunden. Dort wird es für den Transport von Sauerstoff (O2) und Kohlenstoffdioxid (CO2) benötigt [1]. Der Eisen Blutwert schwankt sehr stark im Tagesverlauf, daher wird Ferritin verwendet, um den Eisenstatus genauer zu bestimmen. Ferritin, der sogenannte Eisenspeicherstoff, ist ein aussagekräftiges Maß für den gesamten Eisenspeicher im Organismus und eignet sich zudem um einiges besser als der Eisen Blutwert zur Statusbestimmung der Eisenversorgung, der im Tagesverlauf sehr stark schwankt.

Nationale Verzehrstudie

  • 14 % der Männer nehmen weniger als die täglich empfohlene Menge an Eisen zu sich.
  • 58 % der Frauen nehmen weniger als die täglich empfohlene Menge an Eisen zu sich [22].

Funktion von Eisen

Klinische Studien zeigen, dass sich die Leistungswerte und Sauerstoffaufnahmekapazität bei Frauen im gebärfähigen Alter erhöhen, wenn sie Eisen zu sich nehmen. Dies beeinflusst jedoch nicht die Werte für die Erschöpfungsdauer und den Energieverbrauch [2]. Ein Review randomisiert kontrollierter Studien zeigte, dass eine Supplementation von Eisen (oral und intravenös) bei Athleten mit vorhandenen Eisenmangel zu einer Erhöhung von Parametern aerober Leistungsfähigkeit führte, sowie die energetische Effizienz und die Beistrecker-Muskelkraft verbesserte. [3]
Die Hauptfunktion von Ferritin ist die Speicherung von Eisen [4] [5] [6].
Eisen ist Bestandteil von Hämoglobin, dem sauerstoffbindenden roten Blutfarbstoff, Bestandteil von Myoglobin, einem Strukturprotein in Muskelzellen, und kommt in einigen wichtigen Enzymen vor [2] [3] [4].
Es ist am Energiestoffwechsel und dem Austausch von Elektronen im Körper beteiligt [2] [3] [4].
Eisen hat antioxidative Fähigkeiten [2] [3].

Mangelerscheinungen

Niedrige Eisenwerte können zu Blutarmut, zur sogenannten Eisenmangelanämie führen. Dies entspricht einem Rückgang der roten Blutkörperchen, bzw. des darin enthaltenen Hämoglobins, oder einem Rückgang der Fähigkeit Sauerstoff zu binden. Symptome der Anämie sind oft nicht einfach zu erkennen. Mögliche Symptome sind Müdigkeitsgefühl, Schwäche, Kurzatmigkeit, Konzentrationsschwäche und ein Abfall der körperlichen Leistungsfähigkeit [7] [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14].
Die Einnahme von Eisenpräparaten scheint die kognitive Funktion bei Kindern und Jugendlichen mit Eisenmangel zu verbessern [15]. Die Einnahme von 650 mg Eisen, zweimal täglich für 8 Wochen, unterstützt den Spracherwerb und die Gedächtnisfähigkeit bei jugendlichen Mädchen mit Eisenmangel ohne Anämie [16]. Des Weiteren scheint die Einnahmen von 50 mg Eisen, zweimal pro Woche über einen Zeitraum von 16 Wochen, die Aufmerksamkeit bei weiblichen Jugendlichen mit einer möglichen Anämie zu verbessern [17]. Eisen soll außerdem die durch Eisenmangel bedingte Entwicklungsverzögerung und Lernschwäche bei anämischen Kindern ausgleichen können [18].
Ein Eisenmangel führt zu Infektanfälligkeit durch eine Schwächung des Immunsystems [2] [3] [4].
Die Regulation der Körpertemperatur wird gestört, was die Fähigkeit des Körpers vermindert, eine gleichmäßige Körpertemperatur aufrecht zu erhalten [2] [3] [4].
Ein Eisenmangel kann zum Abbau der Schleimhaut führen, welche die erste Barriere des Immunsystems darstellt. Zudem kann es zu brüchigen Haaren und Nägeln kommen [2] [3].
Mehr als 20% der Patienten mit Herzinsuffizienz haben einen Eisenmangel [19]. Die klinische Forschung zeigt, dass die Gabe von 200 mg Eisen(III)-Carboxymaltose oder 200 mg Eisensaccharose bei Patienten mit leichter oder mittlerer Herzinsuffizienz, mit einer Verbesserung der Lebensqualität, der Belastbarkeit und einer geringeren Hospitalisierungsrate einhergeht. Vorausgesetzt die Dosis wird direkt über die Vene ins Blut gegeben [20] [21].

Überschuss von Eisen

Ein Eisenüberschuss kann zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schleimhautentzündung und Sodbrennen führen [2].
Bei einem ausgeprägten Eisenüberschuss über längere Zeit hinweg, kann es zur Leberschädigung (Leberzirrhose) kommen [2].

[1] Sever Y, Ashkenazi A, Tyano S, et al. Iron treatment in children with attention deficit hyperactivity disorder. A preliminary report. Neuropsychobiology 1997;35(4):178-80 (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9246217?dopt=Abstract)

[2] Pasricha SR, Low M, Thompson J, et al. Iron supplementation benefits physical performance in women of reproductive age: a systematic review and meta-analysis. J Nutr. 2014;144(6):906-14. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24717371?dopt=Abstract)

[3] Clénin G, Cordes M, Huber A, Schumacher YO, Noack P, Scales J, Kriemler S. Iron deficiency in sports – definition, influence on performance and therapy. Swiss Med Wkly. 2015 Oct 29;145:w14196. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26512429)

[4] Koula-Jenik H, Miko M, Kraft M, Schulz RJ. Leitfaden der Ernährungsmedizin. München: Urban & Fischer, Elsevier; 2013. S.63-65

[5] Biesalski HK, Grimm P, Nowitzki-Grimm S. Taschenatlas der Ernährung. 7. Ausgabe. Stuttgart: Georg Thieme Verlag; 2017. S.118-131

[6] Raschka R, Ruf S. Sport und Ernährung: Wissenschaftlich basierte Empfehlungen, Tipps und Ernährungspläne für die Praxis. 4.Auflage. Stuttgart: Georg Thieme Verlag; 2015. S.128-130

[7] Food and Nutrition Board, Institute of Medicine. Dietary Reference Intakes for Vitamin A, Vitamin K, Arsenic, Boron, Chromium, Copper, Iodine, Iron, Manganese, Molybdenum, Nickel, Silicon, Vanadium, and Zinc. Washington, DC: National Academy Press, 2002. Available at: www.nap.edu/books/0309072794/html/

[8] Iron for infants and toddlers. Pharmacist’s Letter / Prescriber’s Letter. 2010:26(11);261108.

[9] Baker RD, Greer FR; Committee on Nutrition. Diagnosis and prevention of iron deficiency and iron-deficiency anemia in infants and young children (0-3 years of age). Pediatrics. 2010;126(5):1040-50.( https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20923825?dopt=Abstract)

[10] Killip S, Bennett JM, Chambers MD. Iron deficiency anemia. Am Fam Physician. 2007;75(5):671-8.( https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17375513?dopt=Abstract)

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[19] Iron replacement in heart failure. Pharmacist’s Letter / Prescriber’s Letter 2010;26(1):260177

[20] Anker SD, Comin Colet J, Filippatos G, et al. Ferric carboxymaltose in patients with heart failure and iron deficiency. N Engl J Med 2009;361(25):2436-48. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19920054?dopt=Abstract)

[21] Avni T, Leibovici L, Gafter -Gvili A. Iron supplementation for the treatment of chronic heart failure and iron deficiency: systematic review and meta-analysis. Eur J Heart Fail. 2012 (4):423-9. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22348897?dopt=Abstract)

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