Kalium ist ein Mineralstoff, der zu den Mengenelementen gezählt wird. Im menschlichen Körper werden permanent Kalium und Natrium in den Zellen ausgetauscht um Nervenimpulse und Muskelkontraktionen zu erzeugen. In Deutschland ist die Mehrheit der Menschen ausreichend mit Kalium versorgt. Da beim Kochen kaliumreicher Lebensmittel viel Kalium in das Kochwasser übergeht, ist es besonders wichtig, diese für Suppen und Soßen weiterzuverwenden. Bei einem Kaliummangel kann es zu Muskelschwäche, Nierenproblemen, Herzrhythmusstörungen und verminderter Insulinsekretion kommen. Gute Quellen für Kalium sind Nüsse, Spinat, Brokkoli, Bananen, Kartoffeln und Vollkorn-Getreide [1] [2] [3].

Nationale Verzehrstudie

  • 4 % der Männer nehmen weniger als die täglich empfohlene Menge an Kalium zu sich.
  • 8 % der Frauen nehmen weniger als die täglich empfohlene Menge an Kalium zu sich [12].

Funktion von Kalium

Im Austausch mit Natrium reguliert Kalium den Druck in der Zelle (osmotischer Druck) [1] [2] [3].
Durch denselben Austausch wird ein Membranpotential aufgebaut, welches wie ein elektrischer Strom wirkt, der Nerven- und Muskelzellen aktiviert [1] [2] [3].
Viele Studien haben gezeigt, dass Kalium in der Ernährung oder als Supplement sowohl bei Menschen mit und ohne Bluthochdruck, den systolischen Blutdruck-Wert um 3-9.5 mmHg und den diastolischen Blutdruck-Wert um 2-6.4 mmHg senken kann [4] [5] [6] [7] [8].
Als Säurebinder reguliert Kalium den Säure-Basen-Haushalt [1] [2].
Mithilfe von Kalium können energiereiche Phosphatverbindungen aufgebaut werden, die wichtig sind, um alle Stoffwechselprozesse durchführen zu können [1] [3].
Mithilfe des Kaliums werden Aminosäuren und Glucose transportiert. Das ist wichtig, damit die Energie der Glucose in Form von Glykogen gespeichert und mit Hilfe der Aminosäuren Enzyme aufgebaut werden können [1] [2] [3].
Zur Prävention eines Schlaganfalls scheint Kalium effektiv zu sein. Es wurde gezeigt, dass mit einer Erhöhung der Kaliumzufuhr um 1-1,5 g, die Wahrscheinlichkeit später an einem Schlaganfall zu erkranken um 20 % gesenkt wurde [9] [10] [11].

Mangelerscheinungen

Da Kalium entscheidend für die Muskelfunktion ist, kann es bei einem Mangel zu Muskelschwäche bis hin zu Lähmungen (aufsteigend von den unteren Extremitäten) kommen [1] [2] [3].
Auch der Herzmuskel wird mit Hilfe von Kalium kontrahiert. Ohne den Mineralstoff kommt es zu Herzfunktionsstörungen (Reizleitungsstörungen, myogene Herzinsuffizienz) [1] [2].
Kalium ist Bestandteil eines Prozesses, durch den die Bauchspeicheldrüse Insulin in das Blut abgibt. Ohne Kalium funktioniert dieser Vorgang nicht mehr (verminderte Insulinsekretion). Wird zu wenig Insulin ausgeschüttet kann die Glukose aus der Nahrung nicht mehr richtig aufgenommen werden [1].
Durch Kaliummangel kann sich die Niere verändern und es können verschiedene Komplikationen auftreten (Vakuolenbildung, interstitielle Veränderungen) [1].

Überschuss von Kalium

Bei Menschen mit Nierenfunktionsstörungen (Niereninsuffizienz) kann es aufgrund der fehlenden Ausscheidung des Kaliums zu toxikologischen Auswirkungen kommen. Deshalb müssen sich Dialysepatienten kaliumarm ernähren [1].
Bei Menschen ohne Nierenproblemen kann es zu Störungen der Nervenleitbahnen kommen, da bei einer Kaliumüberdosis der Austausch mit Natrium nicht mehr richtig funktioniert [1] [2].
Auch der Herzmuskel kann bei Kaliumüberschuss beeinflusst werden, was zu Herzrhythmusstörungen führt [1] [2].
Sollte das Kalium über die Vene zugeführt werden (periphere Gabe), kann es zu einer Venenreizung kommen [1].

[1] Koula-Jenik, H., Miko M., Kraft M., Schulz R., Leitfaden Ernährungsmedizin. Elsevier,Urban&Fischer Verlag 2013;p.60-61

[2] Manfred Lamprecht, Sandra Holasek, Manuela Konrad, Werner Seebauer, Doris Hiller-Baumgartner, Lehrbuch der Sporternährung, Das wissenschaftlich fundierte Kompendium zur Ernährung im Sport., Österreichische Gesellschaft für Sporternährung, CLAX Fachverlag, 1. Auflage 2017, p.271

[3] Christoph Raschka, Stephanie Ruf, Sport und Ernährung: Wissenschaftlich basierte Empfehlungen, Tipps und Ernährungspläne für die Praxis. Georg Thieme Verlag 2015; p.128

[4] Whelton PK, He J, Cutler JA, et al. Effects of oral potassium on blood pressure. Meta-analysis of randomized controlled clinical trials. JAMA 1997;277:1624-32. (https://naturalmedicines.therapeuticresearch.com/references.aspx?productid=851&highlighted=3385#3385)

[5] Cappuccio, F. P. and MacGregor, G. A. Does potassium supplementation lower blood pressure? A meta-analysis of published trials. J Hypertens. 1991;9(5):465-473 (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1649867?dopt=Abstract)

[6] Binia A, Jaeger J, Hu Y, Singh A, Zimmermann D. Daily potassium intake and sodium-to-potassium ratio in the reduction of blood pressure: a meta-analysis of randomized controlled trials. J Hypertens. 2015;33(8):1509-20 (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26039623?dopt=Abstract)

[7] van Bommel E and Cleophas T. Potassium treatment for hypertension in patient with high salt intake: a meta-analysis. Int J Clin Pharmacol Ther. 2012;50(7):478-82 (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22541753?dopt=Abstract)

[8] Poorolajal J, Zeraati F, Soltanian AR, Sheikh V, Hooshmand E, Maleki A. Oral potassium supplementation for management of essential hypertension: a meta-analysis of randomized controlled trials. PLoS One 2017 Apr 18;12(4):e1074967 (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28419159?dopt=Abstract)

[9] Adebamowo SN, Spiegelman D, Willett WC, Rexrode KM. Association between intakes of magnesium, potassium, and calcium and risk of stroke: 2 cohorts of US women and updated meta-analysis. Am J Clin Nutr. 2015;101(6):1269-77 (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25948665?dopt=Abstract)

[10] FDA, CFSAN. FDA-approved potassium health claim notification for potassium containing foods. 2000. Available at: (www.cfsan.fda.gov/~dms/hclm-k.html).

[11] McCarron DA, Reusser ME. Are low intakes of calcium and potassium important causes of cardiovascular disease? Am J Hypertens 2001;14:206S-12S (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11411758?dopt=Abstract)

[12] Max Rubner-Institut, Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Hrsg. Nationale Verzehrstudie II. Karlsruhe: MRI; 2008