Bioverfügbarkeit

Was ist eigentlich Bioverfügbarkeit? Und was hat das eigentlich mit meiner Ernährung zu tun? Ich erkläre Dir, was es mit Bioverfügbarkeit auf sich hat und gebe Dir viele Beispiele und praktische Hinweise für Deine Ernährung.
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Der Mensch ist auf Vitamine und Mineralstoffe, Fette, Kohlenhydrate und Eiweiße angewiesen. Ohne Lebensmittel, die uns mit diesen Nährstoffen versorgen, funktioniert unser Körper nicht. Aber nur weil wir Lebensmittel essen, heißt das nicht, dass auch alle darin vorhandenen Nährstoffe in den Körper aufgenommen werden. Manche Nährstoffe werden besonders gut über die Darmwand in unser Blut aufgenommen und im Körper verteilt. Andere scheidet unser Körper zum Großteil über den Stuhl einfach wieder aus.

Und selbst wenn ein Nährstoff im Körper ist, bedeutet das nicht, dass er dann auch genutzt werden kann. Manche Nährstoffe werden über den Urin wieder ausgeschieden oder auch von Medikamenten gebunden. So können sie nicht dort eingesetzt werden, wo der Körper sie benötigt.

Was ist Bioverfügbarkeit?

Bioverfügbarkeit beschreibt den Anteil der Nährstoffe, die ins Blut gelangen und dem Körper zur Verfügung stehen.

Die Bioverfügbarkeit ist ein Maß für den Anteil der Nährstoffe, die über den Darm in unsere Blutbahn gelangen und dann dem Körper zur Verfügung stehen. Dieser Anteil wird meistens in Prozent angegeben. Liegt die Bioverfügbarkeit eines Nährstoffs bei 100%, wird dieser komplett über den Darm ins Blut aufgenommen und steht im Körper für die Prozesse, in denen er gebraucht wird, komplett zur Verfügung. 100% Bioverfügbarkeit liegt beispielsweise vor, wenn eine Substanz direkt in die Blutbahn gespritzt wird. 

Was beeinflusst die Bioverfügbarkeit?

Die Bioverfügbarkeit von Nährstoffen hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab.

Die Bioverfügbarkeit hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise vom Alter und der Darmgesundheit. Außerdem kann unser Körper die Aufnahme von bestimmten Nährstoffen verhindern, wenn wir bereits gut versorgt und die Speicher voll sind. Umgekehrt versucht unser Körper bei einem Mangel besonders viel  über den Darm aufzunehmen. Ein bekanntes Beispiel dafür ist das Eisen. Bei einem Mangel wird die Aufnahme im Darm hochgefahren, bei einem Überschuss heruntergefahren. In der Schwangerschaft wird für die Versorgung des Babys besonders viel Eisen benötigt, daher kann der Körper hier die Aufnahme über den Darm, also die Bioverfügbarkeit, von ca. 10% auf 40% steigern.

LOEWI berechnet die individuelle Bioverfügbarkeit von Nährstoffen.

Über zwei Bluttests von LOEWI kann die individuelle Bioverfügbarkeit für Nährstoffe berechnet werden. Der erste Bluttest zeigt, welche Nährstoffmängel vorliegen. LOEWI stellt darauf hin ein individuelles Nahrungsergänzungsmittel zusammen, um die Mängel auszugleichen. Wenn diese täglich eingenommen werden, kann ein zweiter Bluttest nach ca. drei Monaten die individuelle Bioverfügbarkeit für die letzten drei Monate berechnen. Daraufhin werden die Dosierungen der Nährstoffe bei LOEWI nochmals angepasst. Jeder weitere Bluttest führt zu einer immer besseren Personalisierung der Nährstoffe, bei der auch die individuelle Bioverfügbarkeit berücksichtigt wird.

Jeder Nährstoff hat eine andere Bioverfügbarkeit.

Die Bioverfügbarkeit ist auch abhängig vom Nährstoff selbst. Viele Nährstoffe benötigen Transporter in der Darmwand, oder sie müssen erst an bestimmte Moleküle gebunden werden, damit der Körper sie aufnehmen kann. Manche können ohne Transporter in die Darmzellen schlüpfen. Das nennt man „passive Diffusion“.

Vitamin B12 beispielsweise kann nur in den Körper gelangen, wenn es an den sogenannten „Intrinsischen Faktor“ gebunden ist. Dieser Intrinsische Faktor wird im Magen gebildet und reicht für die Aufnahme von ca. 1,5 µg B12. Erst bei sehr großen Mengen funktioniert auch bei Vitamin B12 die passive Diffusion. Der größte Teil des Vitamin B12, den man zu sich nimmt, wird allerdings dabei wieder ausgeschieden und nur ein sehr kleiner Teil gelangt über passive Diffusion in den Körper.

LOEWI setzt bei einem Mangel hohe Mengen B12 zu, damit die Bioverfügbarkeit gewährleistet ist.

Wenn ein B12 Mangel vorliegt, kann es deshalb bei LOEWI zu sehr hohen Zusätzen von B12 in Form von mehreren hundert Mikrogramm bzw. mehreren tausend Prozent über der Zufuhrempfehlung kommen. Denn nur ein sehr kleiner Teil dieses B12 ist tatsächlich bioverfügbar und kann die Speicher wieder auffüllen.

Die Matrix, die den Nährstoff umgibt, hat Einfluss auf die Bioverfügbarkeit.

Die Bioverfügbarkeit von einem Nährstoff hängt auch von der Matrix ab, in der er vorliegt. Diese „Matrix“ ist das, was den Nährstoff umgibt, also beispielsweise das Lebensmittel oder eine ganze Mahlzeit oder nur der Trägerstoff einer Tablette.

Ein Beispiel zur unterschiedlichen Bioverfügbarkeit von Vitamin C aus Lebensmitteln und aus einer Tablette:

Rot: Das Vitamin C der Tablette wird zunächst in großen Mengen über den Darm aufgenommen. Das kann der Körper nicht auf einmal nutzen und scheidet einen Teil davon über die Niere direkt wieder in den Urin aus (Nierenschwelle).

Grün: Die Matrix des Lebensmittels führt zu einer längeren Verweildauer im Darm im Vergleich zur Tablette und einer stetigen und langsamen Aufnahme von Vitamin C. Dabei wird die Nierenschwelle nicht überschritten, so dass alles aufgenommene Vitamin C auch genutzt werden kann.

Hohe Bioverfügbarkeit durch Guarkernmehl-Matrix bei LOEWI.

Bei LOEWI werden die Nährstoffe in eine Matrix aus rein pflanzlichen Guarkernmehl eingearbeitet. Das mit Nährstoffen angereicherte Guarkernmehl wird dann zu Granulat gepresst. Gelangen diese Granulate in den Darm, saugen sie sich mit Wasser voll und bedecken großflächig die Darmwand. Die Nährstoffe werden dann über mehrere Stunden an den Körper abgegeben, so wie es auch bei Obst und Gemüse der Fall ist. Diese langsame Aufnahme, die auch Stunden nach der Einnahme der Granulate noch passiert, nennt man „Retard-Effekt“. So gewährleistet LOEWI eine besonders hohe Bioverfügbarkeit.

Nährstoffe und Substanzen in Lebensmittel beeinflussen sich gegenseitig

Nährstoffe oder bestimmte Substanzen in Lebensmitteln können sich gegenseitig beeinflussen und damit die Bioverfügbarkeit erhöhen oder verringern. Oft ist die gegenseitige Einflussnahme auf die Bioverfügbarkeit komplex.

Eine Verringerung der Bioverfügbarkeit bestimmter Nährstoffe kann zum Beispiel durch chemische Reaktionen mit Substanzen entstehen. Der Darm kann den veränderten Nährstoff dann nicht mehr aufnehmen. Es werden teilweise auch gleiche Transporter in der Darmwand benutzt, sodass eine Konkurrenz um die Transporter entsteht. Andere Nährstoffe wiederum ergänzen sich sehr gut und verändern das Milieu im Darm positiv oder verändern Nährstoffe chemisch so, dass der Darm sie aufnehmen kann.

Bei LOEWI werden Nährstoffe, die sich positiv beeinflussen, in dieselben Granulate eingearbeitet.

Kombination von Vitamin C und Eisen in LOEWIs Nährstoffgranulat für eine optimale Aufnahme

Bei LOEWI werden deshalb Nährstoffe, die sich gegenseitig positiv beeinflussen, in dieselben Granulatplättchen eingearbeitet. Ein Beispiel dafür ist Vitamin C (VC) und Eisen (Fe).

Bei LOEWI werden Nährstoffe, die sich negativ beeinflussen, in verschiedene Granulate eingearbeitet.

Optimale Aufnahme durch räumliche Trennung einzelner Stoffe in LOEWIs Nährstoffgranulat

Nährstoffe, die sich gegenseitig an der Aufnahme in den Körper behindern, kommen bei LOEWI in unterschiedlichen Granulaten vor. Ein Beispiel dafür ist Kalzium (Ca) und Zink (Zn).

Was verbessert die Bioverfügbarkeit?

Je nachdem, welche Nährstoffe oder Lebensmittel kombiniert werden, kann eine höhere Bioverfügbarkeit erreicht werden.

Vitamine E, D, K, A mit Fett

Je nachdem, welche Nährstoffe oder Lebensmittel kombiniert werden, kann eine höhere Bioverfügbarkeit erreicht werden.

Die fettlöslichen Vitamine E, D, K und A benötigen Fett, damit sie besser vom Darm aufgenommen werden können. Beispielsweise pflanzliche Öle. Das Salatdressing mit Öl ist also nicht nur für den Geschmack, sondern auch für die Bioverfügbarkeit wichtig.

Eisen mit Vitamin C

Eisen hat eine höhere Bioverfügbarkeit, wenn gleichzeitig Vitamin C gegessen wird. Die Kombination von eisenhaltigen Hülsenfrüchten mit Vitamin-C-haltiger Paprika ist demnach besonders günstig. Vitamin C sorgt auch für dafür, dass für Eisen ein saures Milieu bereitgestellt wird, das es für die Aufnahme in den Darm benötigt. Auch bestimmte Aminosäuren wie Histidin oder Cystein können die Bioverfügbarkeit von Eisen verbessern.

Eisen und Folsäure aus Fleisch / Vitamin B6 aus Pflanzen

Außerdem ist das Eisen aus Fleisch, das sogenannte „Häm-Eisen“, genau wie Folsäure besser bioverfügbar als aus pflanzlichen Lebensmitteln. Andererseits ist Vitamin B6 besser aus pflanzlichen als aus tierischen Lebensmitteln verfügbar. 

Kalzium mit Vitamin D

Kalzium wird vom Darm besser resorbiert, wenn gleichzeitig Vitamin D eigenommen wird. Außerdem wird Vitamin D auch für den Einbau von Kalzium in den Knochen benötigt – eine ideale Kombination, die beispielsweise auch in Milchprodukten vorkommt.

Mineralien mit Ballaststoffen

Ballaststoffe erhöhen die Bioverfügbarkeit von Mineralien wie Kalzium, Magnesium, Eisen und Zink. Ballaststoffe finden sich beispielsweise in Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten.

LOEWIs Matrix ist ein Ballaststoff, der die Bioverfügbarkeit erhöhten kann.

LOEWI berücksichtigt nicht nur positive Wechselwirkungen von Nährstoffen untereinander, wie bereits beschrieben. LOEWIs Matrix für die Nährstoffe, das Guarkernmehl, ist außerdem ein unlöslicher Ballaststoff, der nicht nur zu einem Retard-Effekt führt sondern auch in seiner Eigenschaft als Ballaststoff die Bioverfügbarkeit von Mineralien erhöhen kann.

Was verschlechtert die Bioverfügbarkeit?

Je nachdem, welche Nährstoffe oder Lebensmittel kombiniert werden, kann es zu einer niedrigeren Bioverfügbarkeit kommen.

Zink, Kalzium, Eisen, Kupfer, Magnesium, Mangan / Beta-Carotin mit Ballaststoffe

Bestimmte Nährstoffe beeinflussen sich gegenseitig. Die Bioverfügbarkeit von Zink wird beispielsweise durch Kalzium, Eisen, Kupfer und Magnesium verringert; vor allem, wenn diese Nährstoffe auf leeren Magen genommen werden. Ebenso kann auch Kalzium die Bioverfügbarkeit von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln verringern. Eisen und Mangan behindern sich gegenseitig an der Aufnahme, da sie den gleichen Transporter in der Darmwand benutzen. Die Bioverfügbarkeit von beta-Carotin, der Vorstufe von Vitamin A, verringert sich mit Ballaststoffen und die von Vitamin D bei Eisenmangel.

Soja und Jod / Phytinsäure und Eisen, Zink, Kalzium / Wein und Eisen / Spinat und Kalzium / Kaffee und Vitamin B1

Lebensmittel können bestimmt Substanzen enthalten, welche die Bioverfügbarkeit von Nährstoffen verringern. Sojaprodukte, Cassava, Kohl und Hirse verringern beispielsweise die Bioverfügbarkeit von Jod. Phytinsäure, wie sie beispielsweise in Weizenvollkorn und Hülsenfrüchten vorkommt, verschlechtert die Bioverfügbarkeit von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln, Zink und Kalzium. Auch Eisen mit schwarzem Tee oder Wein ist eine ungünstige Kombination. Die darin enthaltenen Polyphenole bilden mit Eisen sogenannte „Komplexe“ im Darm, die dann nicht mehr aufgenommen werden können. Die Kalziumbioverfügbarkeit wird wiederum durch das in Spinat und anderem grünen Gemüse enthaltenen Oxalat verringert. Bestimmte Stoffe in Kaffee können das Vitamin B1 schädigen, Vitamin C kann das wiederum verhindern.

Medikamente und Eisen, Zink, Vitamin E, Vitamin B12

Viele Medikamente beeinflussen die Bioverfügbarkeit von Nährstoffen z.B. Protonenpumpeninhibitoren. Diese hemmen die Produktion von Magensäure, die wichtig für die Eisenaufnahme ist. Bei einer Einnahme des Medikaments wird dem nach die Bioverfügbarkeit von Eisen verschlechtert. Gleiches gilt für bestimmte Antibiotika und Zink, für Hemmer der Cholesterinaufnahme und Vitamin E sowie für Histamin-H2-Rezeptorenblocker und Vitamin B12. Im Gegenzug verschlechtern Nahrungsergänzungsmittel teilweise die Bioverfügbarkeit von Medikamenten, z.B. Eisen bei Levodopa oder Levothyroxin. Die Wirkstoffe der Medikamente gelangen dadurch nur teilweise ins Blut und die Wirkung ist geringer.

LOEWI berücksichtigt Wechselwirkungen mit Medikamenten.

Deshalb berücksichtigt LOEWI nicht nur die negative Beeinflussung von Nährstoffen untereinander, sondern auch die Wechselwirkungen von Medikamenten mit Nährstoffen und deren Bioverfügbarkeit. So wird die Dosierung der Nährstoffe bei LOEWI für jeden optimal an die eigenen Bedürfnisse und die individuelle Bioverfügbarkeit angepasst.